There are so many questions…

Man sollte sich nicht so viele Gedanken machen. Ich saß neulich am Tresen und trank ein 0,02l-Gläschen eines mit Anis und Fenchelkräutern versehenen alkoholischen Erzeugnisses, welches – da hatte ich keine Zweifel – nach höchsten Qualitätsstandards gebrannt worden war. Da es sich beim Herkunftsland dieser Spirituose ums ferne Griechenland handelte, dachte ich mir, dass es wohl die europäischen Standards waren, denen die Erzeugung eben jenes Ouzos unterlagen, doch ganz sicher konnte ich mir dabei nicht sein, denn inwieweit das europäische Recht in Grichenland galt, davon hatte ich nun wirklich keine Ahnung. Ich überlegte noch ein wenig, ich war mir beinahe sicher, dass ich vor kurzem eine Dokumentation auf Arte gesehen hatte, Arte, dem Fernsehsender, von dem sogar Reich-Ranicki behauptet, dass man dort Interessantes schauen kann, andererseits wusste ich von keinem Statement Elke Heidenreichs, was mir, um ehrlich zu sein, herzlich egal war, denn ich kann Elke Heidenreich nicht ab, da kann sie noch so viel Kritik äußern wie sie will und ich war mir sogar ziemlich sicher, dass es bei dieser Dokumentation um die Herstellung hochprozentiger Alkoholika ging.

Je länger ich darüber nachdachte, desto unwirklicher kam mir das alles vor, mir war, als hätte ich das alles nur geträumt oder es mit einer Idealvorsellung des Lebens vermischt, wobei, musste ich mich selbst fragen, was ist schon eine Idealvorstellung, wer weiß das schon, das wird doch bestimmt nur so dahergesagt, wichtig ist doch, dass man überhaupt lebt, aber das war eine andere Geschichte und ich wollte wirklich keine Gedanken an diese Dinge verschwenden, nicht in diesem Moment jedenfalls,  vielleicht später, wenn ich meinen Ouzo ausgetrunken hatte, der, da beißt die Maus keinen Faden ab, vorzüglich schmeckte. Das wusste ich, denn ich hatte bereits einen kleinen Schluck genommen, was eigentlich nie vorkam, man sollte seinen Ouzo immer exen, das hatte ich selbst gepredigt, aber ich hatte an diesem Tag irgendwie ein komisches Gefühl, als ich mir dieses Getränke einverleiben wollte.

Nachdem ich mein Glas leer getrunken hatte, zog ich meine Jacke an und verließ daraufhin fluchtartig die Bar, auf dessen Tresen ich die abgezählten 2,50€ liegen gelassen hatte. Eigentlich ein recht billiger Preis für ein Gläschen Ouzo.

~ von Thomas am Oktober 24, 2008.

2 Antworten to “There are so many questions…”

  1. Ich verstehe nicht, wie man die Namen Reich-Ranicki und Elke Heidenreich in Zusammenhang mit Idealvorstellungen bringen kann. In meinen Augen weicht man von idealen Bedingungen ab, sobald man den Namen Reich-Ranicki verwendet. Dieser Mensch lebt in seinem Parallel-Universum, wo er am Kaminfeuer zusammen mit seinem Kumpel Friedrich Schiller sich über gemeinsame Erlebnisse unterhält, wie beispielsweise Maria Stuart ihren Mann übelst ermordete.
    Wenn dieser Ranicki mal die Tasten auf seiner Fernbedienung falsch trifft und statt bei ARTE bei MTV landet, könnte es passieren, dass er bei Beavis&Butthead landet und ich garantiere: er wird es scheisse finden. Warum? Weil der Mann einfach keine Ahnung hat.
    By the way: Thomas, man merkt deutlich, dass du gerade Herr Lehmann gelesen hast. Sehr guter Schreibstil im Sven Regener-Stil.
    Weiter so.
    Zum Schluss möchte ich noch alle grüßen, die mich kennen und alle, die ich vergessen habe…

  2. [...] und Autor sind sich einig, dass vor allem Einträge wie “There are so many questions”, “Schwäbisch. Unplugged.” und “Die Bibel” die Highlight des letzten Jahres [...]

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