Kritik
Viele Leute tun sich verdammt schwer, Kritik aufzunehmen und zu verarbeiten. Der Aufschrei nach meinem letzten Artikel, Bergheim, war groß: Wurden doch einige vermeintliche Hochkaräter im Kritikhagel erstickt. Allerdings waren keine Anzeichen von Gegenwehr in irgend einer Form zu sehen. Mir wurde angedroht, im „Sumpf der Schlagzeilen“ unterzugehen (Le press mondiale), mir wurde nachgesagt, ich sei ein „Verleumder der ersten Stunde“, ja mir wurden gar Ausdrücke wie „Judas“ und „Sausack“ an den Kopf geworfen.
Als ob das nicht genug wäre, hieß es zusätzlich über den „besten Blog der Welt“ (Umfrage des Spiegel, Ausgabe 402/2009), dass er nicht aktuell, flach, widerlich, blasphemisch und einfach nur noch Mittelmaß sei.
Ich kann diese Vorwürfe nur schärfstens verurteilen. Ich habe niemals etwas blasphemisches veröffentlicht. Wer etwas anderes behauptet, der möge nun sprechen oder für immer schweigen.
Das eigentliche Problem eines Blogmasters ist das der Schreibblockade. Mal fühlt man sich voller Tatendrang und kann eine Woche lang am Stück mit Beiträgen glänzen und (in sehr seltenen Fällen) seine Leser verzücken.
Doch meist ist die Arbeit als Blogschreiber alles andere als Zuckerschlecken. Kritiker zerreisen das sorgfältig recherchierte Essay, Gönner gönnen einem doch nichts, Besserwisser maulen nur rum.
Am letzten Sonntag stand ich beim Stande von 2-5 im Tor. Ich war selbstverständlich in der Auswärtsmannschaft. Nachdem ich ein weiteres Mal meine absolute Sicherheit im Tor beweissen musste, passierte das, was wohl schon vornerein nicht auszuschliessen war: Ich wurde von Niko „Bender“ Frick extrem widerlich gefoult.
Jeder andere auf dem Platz hätte nach dieser rüden Attacke das Feld verlassen und seine Karriere vermutlich an den sprichwörtlichen Nagel gehängt. Doch ein Thomas Wagner wäre kein Thomas Wagner, wenn er nicht unter brutalsten Schmerzen weitergespielt hätte. Über den Endstand dieses Spiels will ich keine Worte verlieren – es sei nur verraten, dass wir das Spiel zweistellig gewannen.
Alles wäre ja kein Problem gewesen. Ich fühlte mich gut nach dem Spiel, doch mein Fuß wollte nicht mehr so richtig. Abends wurde sich selbstverständlich in Bergheim über den Haufen geschossen und übel an der Bühne abgegangen, was dem Fuß natürlich alles andere als gut tat.
Klar, denkt sich jetzt der gewitzte Leser. Wo ist das Problem? Nun, mein Fuß ist widerlich blau, ich hinke wie Harald Jhunke nach einer Jackmaß-Rakete und zu allem Überfluss hab ich derzeit keine Krankenversicherung, die in Deutschland gültig ist. Was kann ich also anderes tun, als den ganzen Tag mit dem Schicksal zu hadern und den lieben Gott alles aber keinen guten Mann heißen? Ich bitte um Lösungsvorschläge und „Gute-Besserungs-Wünsche“.

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