Das Internet

Wir alle kennen sie, wir alle fürchten sie – doch irgendwie hat sie sich schon lange unserer bemächtigt. Ich spreche von nichts anderem als der Langeweile, die einen überfällt, wenn man im Internet surft.

Klar, man hat seine Favoriten: Kicker.de, man will ja in Sachen Fußball auf dem laufenden bleiben. Skibbe neuer Trainer bei Frankfurt? War ja klar, am Main hat noch nie einer angeheuert, der auch nur im Ansatz sympathisch war. Die Auswahl für Frankfurt war groß, aber ich glaube sie sind mit diesem Mann vom Typus „Vollspack“ ziemlich zufrieden. Naja, ich muss den schlechten Fußball nicht ertragen.
Dann gibts noch allerlei Blogs, die man mehr oder weniger regelmäßig besucht. Mario Blogs the house, Bommels Freakshow und last but not least Kaliban.de. Letzerer ist vom ehemaligen Chefredakteur der GameStar, der Spielezeitung, der ich im Jugendalter verfallen war. Herr Kaliban, wie sich Herr Lott selbst nach einer Figur aus Shakespeares „The Tempest“ nennt, schafft es nicht nur regelmäßig zu bloggen, sondern auch (meist) sinnvolle (oder das, was wir sinnvoll nennen) Beitrage online zu stellen. Eine Rarität im Blog-Business.
Das wars dann aber auch schon mit den Blogs. Mein guter Freund, der Finne, hat seinen Blog, nachdem er nun zurück in Finnland ist, auch mehr oder weniger eingestellt. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese Tatsache bedauere. Der Finne hatte einen flotten Schreibstil und ich könnte mir sogar vorstellen, dass ich seinen Blog auch ohne ihn zu kennen verfolgt hätte.
Dann gibts noch allerlei Webseiten, die man zwar irgendwie täglich besucht, die aber alles in allem ist das mehr dem Zeitvertreib als dem wirklichen Entertainment dienen. Dazu zählen Dinge wie German-Bash (ein IRC-Zitatsammlung, die in letzter Zeit deutlich weniger Brecher als vor wenigen Monaten veröffentlicht), E-Plus (um zu checken, wie viele Freisms man noch hat, wie viele Minuten man noch telefonieren darf, ohne dass es einen einen wahnsinnsbatzen Geld kostet und wie viel man im aktuellen Monat schon bezahlen muss) und Schnittberichte.com (welches eigentlich völlig deplatziert in meinen Favoriten herumdöst).
Ich könnte noch mehrere Webseiten aufzählen, aber wenn ich mich schon beim Aufrufen dieser Seiten fast zu Tode langweile, warum sollte es dann interessanter sein, über eben diese Seiten zu schreiben?

Erwähnenswert wären letztendlich noch Dinge wie das GameStar-Forum, wo beileibe nicht nur über PC-Spiele diskutiert, sondern über alles mögliche gesprochen wird. Gott und die Welt eben.
Last.fm stellt auch noch ein Highlight dar, aber das ist eine Musikdatenbank, die es genausogut offline geben könnte.

Das Leo.dictionary rufe ich bei Bedarf auf, aber ich glaube das würde ich sogar noch ohne Bookmark finden – aber mal ehrlich, Bookmarks sind ja gerade für die Bequemlichkeit da – man überarbeitet sich ja beinahe beim Sufen…

Was ich also fordere, ist eine Webseite, die wieder Spaß in den tristen Internet-Alltag bringt. Ich spreche hier keineswegs von Dingen wie Facebook, studiVZ oder ähnlichen Ablegern, sondern von einem richtigen Knaller.
StudiVZ und Facebook ist doch irgendwo auch nichts anderes als ICQ. Von den Menschen, von denen man die Fotos sehen will, kann man sie sich schicken lassen, labern kann man mit ihnen im ICQ oder per Skype/Telefon und – mal ehrlich – die blöden Quizzes  und Gruppen entschädigen eigentlich auch nicht für die zeitraubende Anmeldung.
Was ich mir also von dieser Ultra-Kracher-Website verspreche? Naja, irgendwas unterhaltsameres als das.
Ach ja, als diese Webseite rauskam, war das wirklich noch witzig – damals gabs diesen bescheuerten Crazy-Frog noch nicht. Hmm…“damals“…ich klinge langsam wirklich wie einer der älteren Generation. Muss ich mir Sorgen machen?

~ von Thomas am Juni 4, 2009.

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