Abraham der Spezimann
„Mir hilft der Geist! Auf einmal seh ich Rat
Und schreibe getrost: Im Anfang war die Tat!“
Das ein gewisser Herr aus dem beschaulichen Städtchen Ellwangen nie ein Mann großer Taten war, steht außer Frage. Doch allem Anschein nach hat er es sich seit neuestem zur Aufgabe gemacht, seinem eh schon nicht gerade makellosen Image einen zusätzlichen Dämpfer zu verpassen. Auf Worte sollten – wenn man ethische Maßstäbe zurate zieht – gelegentlich auch Taten folgen. Doch immer mehr erinnern seine Worte an eine gar nicht mal so gute Band – Empty Phrases.
Seit Wochen sitzt die Reinkarnation des Königs Midas in seinem stillen Kämmerchen und wartet darauf, dass die Welt sich ändert – doch leider wird nicht alles, was er anfasst (so wie beim Vorbild), zu Gold, sondern zu (für seine Begriffe) leckerem Mineralwasser mit Zitrone. Seine Hauptaufgabe: Mit täglich neuen Phrasen in die gludernde Lot neue Lügengebäude zu errichten, die sich mittlerweile in schwindelerregende Höhen hinaufgeschwugen haben und wie einst der Turm zu Babel einzustürzen drohen. Nur dieses Mal wird es kein Sprachwirrwarr, sondern ein Tohuwabohu an verschiedenen Spezisorten geben, die vermutlich nicht einmal die wichtigen Vitamine aus Mölles VC enthalten.
Es ist ein trauriges Kapitel im Leben dieses Mannes, der sich gerne als moderner Stopfer bezeichnet. Dabei spielt er nicht nur in einer anderen Liga, sondern auch in einer komplett anderen Sportart. Wenn Stopfer Fußball spielt, dann spielt unser Prometheus, dem das Feuer wohl endgültig zu heiß wurde, maximal Affentennis! See you later, Alligator!
Doch wie geht es weiter? Werden weitere Lügengeschichten im Till-Eulenspiegel/Baron-Münchhausen-Stile folgen? Oder hat unser Schildbürger die Nase voll davon, Wasser in den Rhein zu tragen? Wir dürfen gespannt sein. Doch bis dahin wird er wohl weiterhin in seinem bierlosen Haus den abgewandelten Text von Andrea Bergs “Du hast mich tausendmal belogen” trällern:
Ich hab dich tausend mal belogen
Ich hab dich tausend mal verletzt
Du bist mit mir so hoch geflogen,
doch meine Leber war besetzt.
so long…
