Johnny James Party Singers

•Mai 18, 2009 • Kommentar schreiben

Endlich komme ich dazu, einen neuen Artikel zu veröffentlichen. In den vergangenen Tagen musste ich immer wieder harte Kritik hinnehmen, weil mein Blog für mehr als einen Tag nicht aktualisiert wurde.

Wir alle kennen die Problematik und sie widerfährt beinahe einem jeden von uns Wochenende für Wochenende:
Nach dem Genuss zu vieler Biere/Schnäpse kommen wir auf die grandiose Idee, irgendwelche SMS zu schreiben und/oder Anrufe zu tätigen. Am nächsten Tag, an dem wir mit einem Kopf bis nach Gerbertshofen aufwachen, wundern wir uns, warum unser SMS-Speicher voll, unser Freundeskreis auf Null dezimiert ist.
Sicher nehmen wir uns jedes Mal – nüchtern – vor, keine SMS zu schreiben. Doch Alcohol gets the better of you oder so ähnlich. Doch all dies scheint nichts zur Sache zu tun.

Gerade höre ich mir mal wieder die geniale Compilation „Lets have a party“ von den Johnny James Party Singers an. Auf dieser DVD-CD (© Presi) finden sich wunderbare Musikstücke wie beispielsweise „Hier kommt Kurt (ohne Helm und ohne Gurt)“, „Hier kommt der Eiermann“, „Pump ab das Bier“, „Da steht ein Pferd auf dem Flur“ und natürlich einer meiner Favourites „Bier und nen Appelkorn“. Letzteres kann vor allem mit tiefgründigem Text überzeugen:

Bier und ‘nen Appelkorn sha-la-la-la-la;
Bier und ‘nen Appelkorn sha-la-la-la-la;
Bier und ‘nen Appelkorn sha-la-la-la-la;
ein Schluck und der Appelkorn ist weg.
Schluck! Schluck!

Natürlich habe ich das Internet durchforstet, um euch wenigstens das CD-Cover zu präsentieren. Doch meine Suche war erfolglos. Als ich bei einer mir bekannten und gleichzeitig verhassten Suchmaschine den Begriff „Johnny James Party Singers“ eingab, bekam ich die verschiedensten Resultate. Auf Seite 5 bei „Bilder“ stiess ich auf diese Frau:

Natasha Bedingfield also. Jetzt musste ich mich schon mal fragen: Was hat die gute alte Schabracke Bedingfield mit Partysongs zu tun? Sicher kennt sie nicht mal den Text von Mickie Krauses Erfolgsnummer: „Finger im Po, Mexiko“ auswendig. Was für mich persönlich schon eher ein Armutszeugnis darstellt.

Andere Geschichte, anderer Planet. Neulich schrieb mich ein Kollege in einem uns allen bekannten Internet-Messenger an. Um ehrlich zu sein, schrieb ich ihn zuerst an, aber ich glaube das verzerrt das Gesamtbild nicht unbedingt.
Einer seiner Abschlusssätze war: „aber scheisse bleibt scheisse, wenn man nix dran ändert“.
Ich fand das eigentlich ganz interessant, auch wenn ich zugeben muss, dass ich von seinem vulgären Wortschatz etwas angewidert war. Ausserdem kann ich mit diesem Zitat nichts anfangen. Es ist auch völlig unerheblich, was man davon denkt. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, denke ich an ein längst verblasstes Gespräch zwischen mir und einer Kollegin zurück. Ich versuchte ihr zu erklären, dass es nicht darauf ankommt, was das Kollektiv denkt, sondern darauf, was es für das Individuum an und für sich bedeutet. Sie schien mir nicht wirklich folgen zu können, machte mir aber nichts aus. Ich resignierte und aß einen Happen.

New face, new service

•Mai 15, 2009 • Kommentar schreiben

Zur Abwechslung gibts heute mal einen kurzen, aber dennoch prägnanten Eintrag. Kurz und prägnant, die beiden Worte, die einen Menschen, der Geschichte vierstündig hatte, erstarren lassen.
Also, wie ihr bestimmt schon gesehen habt, habe ich ein neues Titelbild auf dem Blog. Links seht ihr mich; ich habe eine Brille auf, die versprach, für 10 Pfund 150 Stylepunkte zu bekommen. Ich habe sie aber nicht gekauft, weil 150 Stylepunkte im Gesamtbild nichts verändern würden.
Rechts seht ihr einen Store in Sydney. Das ganze nannte sich „Raben Footwear“. Das Wort Rabensatt hat es also schon bis nach Australien geschafft.

Und das Beste: Man kann jetzt meinen Blog mit dem Suchbegriff „lissabon nutten“ bei google finden. Ist das nicht herrlich?

Entdeckungen…

•Mai 14, 2009 • Kommentar schreiben

…schon beeindruckend, was man in WWW so findet, wenn man lange genug sucht.

derbriegel

So sieht also das berühmt-berüchtigte Magazin aus, das fast schon wöchentlich über mich schreibt…interessant.

How to convert to…Metal?

•Mai 13, 2009 • 2 Kommentare

Jeder von uns kennt das Problem: Man selbst ist extrem überzeugt von seinem Musikgeschmack, man findet die Musik, die man hört, wunderbar und möchte mit keiner anderen (meist armen) Seele auf dieser Welt tauschen.
Immer wieder höre ich von Menschen, die schlechte Musik hören, wie schlecht es ihnen eigentlich geht. Für mich ganz klar eine Sache des schlechten Geschmacks. Wie sagte Nick Hornby einst in seinem Klassiker „High Fidelity“: „Hab ich damals Popmusik gehört, weil ich schlecht drauf war? Oder war ich schlecht drauf, weil ich Popmusik gehört habe?“
Eine für meine Begriffe recht tiefgreifende Frage.

Wie oft passiert es, dass man sich über den Geschmack von anderen Personen lustig macht? Und wie oft passiert es, dass man aufgrund des eigenen Geschmacks belächelt wird?
Diese Fragen erinnerten mich an ein Gespräch mit einem alten Kollegen. Er erzählte einen Schwenk aus seiner Jugend. Ein Kollege meines Kollegen hatte einen Kollegen von sich dabei, den er als „eigentlich recht umgänglichen Kollegen mit Sinn für das Übernatürliche und ausreichend Coolness“ bezeichnete. Dass dieser Mann, dieser Hans, diese Kröte nur auf Stress (im subtilen Sinne) aus war, muss ich vermutlich nicht extra erwähnen. Meist sind die Leute, die als „nett, höflich, zuvorkommend“ bezeichnet werden, die schlimmsten.

Dieser Satz erinnert mich promt an eine Diskussion mit meinem Onkel, dem ich, zu seiner Überraschung, erzählte, dass ich kein grau, sondern nur schwarz oder weiss kenne. Als ich ihm das erzählte musste ich unwillkürlich an eine Begegnung in Melbourne denken, namentlich an James Williams, der, so würden Kritiker sagen, sehr gut drauf war. Jedenfalls wurde dieser James von Freunden und Kollegen „Father Christmas“ genannt, „Father Christmas“, bei uns vom Erscheinungsbild her Nikolaus sehr ähnlich. Wenn man an den Nikolaus denkt, dann denkt man (nach den zwei Witzen, die deutlich unter der Gürtellinie liegen) sofort an seinen monstermäßigen Kessel. Genauso wie man bei Obama, der alten Baracke, immer an seine Segelohren, bei Alice Schwarzer an ihre Hässlichkeit und bei Gina Wild an ihre..ähm…Ausstrahlung denkt. Also, wir alle denken also beim Nikolaus zuallererst (okay, okay: Nach den beiden Witzten, die zwar sehr witzig, aber auch deutlich unter der Gürtellinie anzusiedeln sind) an seinen Kessel.
Die Frage, die sich nun euch, liebe Leser, stellt, müsste ungefähr wie folgt lauten:
Warum wurde dieser James Williams, der Kritikern zufolge als „dufter Typ“ durchgeht, von seinen Kollegen als „Father Christmas“ bezeichnet? Diese Frage lässt sich eigentlich recht einfach beantworten: Weil er einen Kessel bis nach Meppen hatte. Der Kessel war so groß und unübersehbar, man konnte einfach nicht anders als ihn Father Christmas zu nennen. James schloss mit mir eines Tages einen Pakt: Ich sollte ihn gegen seine Kollegen verteidigen, wenn sie wieder mit dem Father Christmas Zeug anfingen. Ich willigte ein, hatte aber schon ordentlich eins im Tee. Als dann seine Kollegen kamen, wurde James wieder heftig als Father Christmas – der hier in Deutschland vom Aussehen her an den Nikolaus erinnert – bezeichnet. Ich konnte nicht anders, als mich totzulachen, was mir von James nur böse Blicke und die Bemerkung: „youre a man with no guts“ einbrachte. Mich störte das nicht weiter, denn ich selbst musste mir ja auch eingestehen, dass dieser Mann eigentlich nur aus Bauch bestand.
Am nächsten Tag sagte dann James, dass es für ihn kein grau, sondern nur schwarz und weiss gäbe. Also entweder ich sage ihm hier und jetzt, dass ich finde, dass er fett sei, oder ich sage ihm, er sei dünn. Ich sagte ihm klipp und klar, dass ich ihn für einen fetten Mann halte and so did Max. Doch dann fiel der gute James sofort in sein „grau“ Muster zurück und sagte: „Okay, I am a bit fat.“

Mein Onkel war jedenfalls sehr begeistert von meiner Einstellung. Schwarz oder Weiss. Etwas anderes kann man ja gar nicht zulassen. Wer meinen Onkel kennt, weiss, dass er das nicht ernst gemeint hat. War mir aber egal in dem Moment. Also plapperte ich munter weiter, erzählte ihm von meinen Plänen, Genmais anzubauen und damit auch öffentlich zu werben um damit das ganz große Geld zu machen. Ich bin weiterhin von meiner Idee überzeugt.
Die Diskussion wurde dann aber wieder in richtung „nette, zuvorkommende und höfliche“ Leute gelenkt. Ich musste einfach sagen, dass diese Leute die schlimmsten sind. Was mir nicht gerade viele Sympathiepunkte, aber ne Menge Hass entgegenbrachte. War mir egal, wie sagte ein bekannter Stadtalkoholiker einst: „Mir egal – ich bin eh Säufer.“ Dies wiederum erinnert mich an eine Story, die sich vor kurzem bei meiner Tante abgespielt hat. Aber die werde ich nun nicht niederschreiben, denn langsam sprenge ich den Rahmen dieses Eintrages.

Was mit diesem Mann von Welt, der sich Berichten zufolge selbst als „Mann des guten Geschmacks und Toleranz“ bezeichnete, passierte, muss ich wohl gar nich erzählen. Er beleidigte die komplett versammelte Mannschaft und machte sich zum Hassobjekt des Abends.

Sind wir nicht irgendwie alle Versionen dieser Mannes, dieses Hanses, dieser Kröte?

Alles eine Frage des Charakters

•Mai 12, 2009 • Kommentar schreiben

Auf einem anderen, euch sicher bekannten und womöglich gar beliebten Blog, ist der Autor stets bemüht, über die Dinge zu schreiben, die seiner Ansicht nach die Welt interessieren. Ich finde es beinahe bemitleidenswert, denn immerhin hält sich dieser Autor mit seinen Annahmen für einen ‘Mann von Welt’ und einen ‘Schöngeist mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen’. Wie sagte der alte Goethe: „Ironie ist das Körnchen Salz, das das Aufgetischte überhaupt erst geniessbar macht.“ Vielleicht könnte dieser Autor etwas vom guten alten Goethe lernen. Denn er nimmt sich viel zu ernst – keine Frage.

Doch dies sei nur so am Rande dieses Eintrages bemerkt. Als ich neulich im Internet ohne Rast und ohne Ziel herumsurfte, blinkte plötzlich meine Taskleiste und verriet mir somit, eine neue ICQ-Nachricht bekommen zu haben. Die Person, die mich anschrieb, war noch immer in dem Glauben, dass ich mich in good old Australia befinde. Dem ist selbstverständlich nicht mehr so.
Aber es geht vielmehr darum, was die Person von mir wissen wollte. Aus Gründen des Datenschutzes werde ich diese Person jetzt einfach ‘Isaak’, nach seinem bekannten Vorbild in der Bibel, nennen.
Isaak fragte mich also, ob ich in Australasien (ich sag ja immer Australasien) Anhaltspunkte gefunden hätte, die meinen Charakter untermauern.

‘Meinen Charakter untermauern’, dachte ich mir. Was ist schon der eigene Charakter? Dies fragte ich dann auch meinen Freund Isaak im ICQ. Ich fragte ihn, ob man denn wirklich Ahnung hat, was den eigenen Charakter eigentlich ausmacht.

Und wieder einmal war es an der Zeit für ein kleines Experiment. Ich schaute bei einer sehr bekannten Suchmaschine den Begriff  ‘Charaktereigenschaften’ nach.

Gestern abend habe ich mir übrigens ‘Schindlers Liste’ anschaut. Ich kam nur zur Hälfte, weil ich die zweite DVD nicht habe und jetzt habe ich einen Film angefangen, bei dem ich nicht den blassesten Schimmer habe, wie er zuende geht. Das ist doch auch irgendwie – wie würde der Engländer sagen – weird.

Das Ergebnis meiner Suche war jedenfalls schockierend: Ich fand eine Seite (gleich das erste Ergebnis bei dieser Suchmaschine), auf der 1166 Charaktereigenschaften genannt werden, sorgfältig nach dem Alphabeth sortiert.

Moment, dachte ich mir. 1166? Fucking 1166? Wie soll man denn da jemals rausfinden, was auf einen zutrifft, wenn man alleine schon fürs blosse durchlesen mehrere Stunden braucht? Ich gab diese Idee also wieder auf, allerdings nicht ohne vorher einen Versuch zu wagen. Dieser sah ungefähr so aus:

aalglatt -> durchaus

abartig -> äh…nein.

abenteuerlustig -> kommt ganz drauf an (has(s)t du soul???)

abergläubisch -> ja, ich glaube an gott, den vater, den allmächtigen…

abgebrüht -> vorm tor…auf jeden fall!

abgedreht -> nein.

abgehoben -> nein.

abgeklärt -> hä? ja, vorm tor auf jeden, sagte ich bereits.

abgestumpft -> ja, von tv-sendungen von sarah kuttner und dieter bohlen

abgründig -> durchaus, auch wenn ich aus meinem herzen keine mördergrube mache

abhängig -> ja, wasseralfinger bauhalbe

abnormal -> nein.

absonderlich -> nein.

abstinent -> 46 tage im jahr…ansonsten gilt: vollgas

Wie ihr seht, liebe Blogleser, ist das alles nicht so einfach. Aber ich gestatte jedem einen Versuch…

I like his style

•Mai 11, 2009 • 2 Kommentare

In unserer Gesellschaft wird die Style-Frage immer mehr zum Problem.
Uns wird quasi von unsichtbaren Fadenziehern vorgegeben, was wir zu tragen haben und was nicht. Zum Glück gibt es noch immer genügend Leute, die sich dem öffentlichen Druck widersetzen und eben nicht mit dem Strom schwimmen, nicht das tragen, was gerade eben en vogue ist.
Es wird also unterschieden zwischen Stylern und Nicht-Stylern.
Okay, eine Frage stellt sich jetzt sicher jedem meiner Leser: Woher nimmt dieser Mann, dieses völlig modeuniteressierte Subjekt die Chuzpe, uns einen Vortrag über Mode zu halten?

Ich will ein wenig weiter ausholen, damit jeder von Euch, liebe Leser, im Bilde ist. Vor geraumer Zeit schaute ich mir im Fernsehen „Highlander – Endgame“ an. Ich erinnerte mich sofort an einen meiner alten Klassenkammeraden, der Mailänder mit Nachnamen hieß. Ich kündgte des Öfteren an, sein Leben zu verfilmen. Der Titel sollte hierbei „Mailänder – Endgame“ heißen. Dies war eigentlich – um ehrlich zu sein – auch der einzige Grund, warum ich Highlander anschaute. Der Film war jedenfalls – wen wunderts – absoluter Schrott.

Ein paar Wochen später schaute ich wieder TV. Diesmal spielte Barcelona. Und an der Seitenline stand Pep Guardiola, seines Zeichens ehemaliger Mittelfeldmann der Katalanen und heutiger Trainer beim vermeintlich besten Team der Welt. Also beim FC versteht sich.
Dieser Mann, meine Damen und Herren, hat es vollkommen verdient, als Styler vor dem Herrn bezeichnet zu werden.

Dann dachte ich wieder an all die armen Seelen, die in Somalia von Piraten entführt, misshandelt und vielleicht zum Frühstück verspeist werden und fiel in ein tiefes Loch der Depression. Doch dieser Zustand sollte nur wenige Sekunden anhalten, denn Barcelona fegte den verhassten FCB problemlos mit 4-0 vom Platz.

Hach, das waren herrliche Zeiten. Das genaue Gegenteil von Pep findet man übrigens im Bundestag, namentlich Gesine Schwan. Ich glaube, dass sich jeder Mensch dieser Welt gegenüber dieser Frau als Styler bezeichnen kann.

Ach ja, ein weiterer großer Styler dieser Welt ist Stef „the Rat“ Brenner. Man munkelt, dass sein Style 90% seines Wesens ausmachen. Alle Angaben sind wie immer ohne Gewähr. Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage und verschlagen Sie Ihren Arzt und/oder Apotheker. Danke. Danke. Danke.

Was zählt?

•Mai 9, 2009 • 1 Kommentar

Blogeinträge zu verfassen gestaltet sich in den meisten Fällen als viel schwieriger, als man denkt. Zu allererst braucht man einen Aufhänger, einen Eye-catcher wie man im modernen Denglisch zu sagen pflegt. Man braucht die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Leser. Die Zusicherung der Leser, mit dem Schreiber in den Tod zu gehen.

Okay, ein paar Tage zurück in der Zeit. Wir waren wandern. 25km. Zuerst ging es nach Neunheim, um sich ein Steak einzuverleiben, welches einem genügend Kraft für den weiteren Weg nach Rattstadt geben sollte. Zusätzlich wurden im regelmäßigen Abstand diverse Bauhalbe geköpft und nach diesen kurzen Hinrichtungen getrunken. Viele Stunden später sollten lediglich 2 Protagonisten das Ziel Unterschneidheim heil erreichen, doch dies ist eine andere Geschichte und soll an einem anderen Tag erzählt werden. Und auf einem anderen Blog.

Wir mussten schon seit mehreren Stunden auf dem eigens für uns gesperrten Highway unterwegs gewesen sein, als plötzlich und unvermittelt Hansa-Rostock-Fangesänge angestimmt wurden. Der Text war hierbei folgender: Hansa Rostock, Hansa Rostock, Hansa Rostock, Hahnenzu.

Ich mochte die Fangesänge. Ich sang sie nicht nur aus voller Überzeugung mit, sondern stimmte sie sogar an. Einen Mitstreiter konnte ich für meine Zwecke gewinnen, doch auch dieses kurze Intermezzo sollte nur wenige Augenblicke andauern. Denn mein Gesangspartner hasste nach der gemeinsamen Einlage meinen Lieblingsverein wieder bis aufs Blut.

Doch auf unserer Reise wurden nicht nur Mannschaften hochgelobt, sondern auch treue Mitstreiter als „homosexuell“, ja gar „schwul“ bezeichnet. Aufgrund des allgemein recht hohen Alkoholpegels schien dies jedoch keinen mehr sonderlich zu interessieren – weder die Gesänge, noch die vermeintlich andersweitige Ausrichtung des Kollegen.

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel mit dem Titel „Musik.Literatur.Politik.Sport“ veröffentlicht. In dem Artikel fragte ich euch, liebe Leser, was ihr lesen wollt. Die Resonanz war – wie der ehemalige Chefredakteur des adrenaline.magazine sagen würde – fantastisch. Leider im negativen Sinne.
Ein Leser forderte mich auf, über die fabelhaften Leistungen von Tottenham Hotspur zu berichten. Ich fand die Idee zwar nicht schlecht, behielt aber dennoch im Hinterkopf, dass viele meiner Leser womöglich nach einem Stilbruch dieser Art meinem Blog auf ewig „Lebewohl“ sagen würden. Daher ließ ich die Idee schnell und unbearbeitet fallen.
Ein anderer Leser wollte unbedingt von Prinz Charles und der königlichen Familie hören, während noch ein anderer gerne über Trivialliteratur lesen wollte.

Hier stehe ich und kann ni….moment, hatten wir das nicht alles schon mal?

Vielleicht sollte ich noch einmal meine gesamte Leserschaft fragen: Was wollt ihr hören? Was interessiert wirklich? Was zählt? Und bitte, BITTE, hinterlasst mir diesmal einen Kommentar. Ich bin doch auf euch angewiesen.

No need for a title

•Mai 6, 2009 • Kommentar schreiben

Während ich mir noch überlege, meinem Gegenüber einen Zaunpfahl ins Gesicht zu schlagen, rammt mich von links ein LKW, über welchen der Fahrer – aus welchem Grund auch immer – die Kontrolle verloren und sicher in mein Stammlokal manövriert hatte. Ich überlebe mit kleineren Verletzungen – mir fehlt ein Bein und ich habe meine Schulter ausgerenkt. Ich bin sauer auf den Mann im LKW, ich hasse ihn, wünsche mir nichts sehnlicher als seinen Tod. Also entscheide ich mich dazu, ihm, dem LKW-Fahrer, besagten Zaunpfahl über den Kopf zu schlagen.

HASS HASS HASS

•April 26, 2009 • 1 Kommentar

Auszug aus „PRESSwoche“, Ausgabe 10/09

Einer Umfrage unter 100 befragten Bewohnern des „Eva’s Backpackers“ zufolge hassen (ja, wirklich HASSEN) weit ueber 90% das Duo aus Room Number 14 und wuenschen sich nichts sehnlicher herbei, als deren Auszug am kommenden Dienstag. Insiderberichten zufolge soll ein Bewohner die Herren Sachs und Wagner als „stinkende Saufkoepfe“ und „widerliche Alkoholiker“ bezeichnet haben.
„Dieses Ruepelhafte Verhalten koennen wir hier in Sydney nicht laenger dulden. Deswegen hat das komplette Hostel sich dafuer ausgesprochen, diese abgefuckten Deutschen am Dienstag vor die Tuer zu setzen“, sagte ein Pressesprecher vergangenen Samstag. Auf eine Nachfrage unseres Magazins bekamen wir folgendes Statement von den Herren Wagner und Sachs zugefaxt.

Statement bzgl. Anschuldigungen „Eva’s Backpackers“

Wir koennen uns gar nicht erklaeren, wie derartige Geruechte entstehen. Wir haben uns niemals daneben benommen, sondern wurden lediglich falsch verstanden. Auch die Behauptung, uns vor die Tuer zu setzen ist voelliger Bloedsinn. Jeder serioese Mensch, der jemals in Kings Cross umhergelaufen ist, wuerde bezeugen, dass es sogar eine Belohnung ist, auf die Strasse gesetzt zu werden – immerhin findet man dort fliessend Wasser, gemuetliche Betten und an jeder Ecke ein Fast-Food Restaurant, in dem man billig speissen kann. Die Anschuldigungen sind demnach absoluter Bloedsinn und schon damals beim check-in wurde bewusst der 28. April als Auscheckdatum gewaehlt. Wir fuer unseren Teil werden weiter Staedte an der Ostkueste unsicher machen, wo weniger geklatscht und getratscht wird. Selbstverstaendlich werden wir interessierte Leser weiterhin auf dem Laufenden halten, was Exzesse angeht. Es darf also spekuliert werden.
Herzlichst,
Max „Assl“ Sachs und Thomas „Der Schaffner“ Wagner.

Auf Nachfrage bei Evas Backpackers wurde die Situation definitiv geklaert. Es gab niemals etwas wie einen Platzverweis fuer die beiden, lediglich die Umfrageergebnisse blieben repraesentativ. Besonderns Annemarie, Flo „der Schwabe“, „Der Schurke“ und Simon Spack freuen sich auf eine moeglichst fruehe Abreise der beiden „Troublemakers“. Die Vorwuerfe blieben beinahe dieselben: Naechtliche Ruhestoerung, gebrauch extremer Sprache in Form von Beleidigungen. Wir werden jedenfalls weiterhin dranbleiben, was die Odyssee der Jungs aus dem Raume Stuttgart und Muenchen angeht.

—-

Da bleibt einem doch die Spucke weg, oder? Zum Glueck verlassen wir uebermorgen diese Personen, die uns des Unfugs bezichtigen. Mit Worten wie „halts maul“ wurden wir beschimpft – das koennen wir nicht auf uns sitzen lassen.
Deswegen gibts jetzt nochmal Bilder, denn am Dienstag gehts wieder die Ostkueste hoch – diesmal nicht im Auto, sondern im Bus. Unser Auto haben wir jetzt endlich verkauft und konnten nochmal ganz ordentlich Kohle damit machen (natuerlich weit unter dem Verkaufswert, aber who cares?).
In diesem Sinne: Nicht immer alles glauben, was geschrieben steht - es gibt tausende Leute, die euch einen Baeren aufbinden wollen!!

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Max und der beruehmt-beruechtigte Finne

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Look out the window – c’est moi!!

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Alex, unser Zuericher, im Loewenbraeu. Leider nur Querformat.

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SyDerNey – Nerph, Assl, Waechener

Input, Output

•April 24, 2009 • 4 Kommentare

Ich hatte schon einige Zeilen geschrieben und festgestellt, dass ich absoluten Bullshit von mir gebe, deswegen hab ich alles wieder geloescht. Und wenn ich meinen Einleitungssatz ansehe, hab ich auch fast wieder das Verlangen, diesen zu loeschen. Mache ich Sinn?

Okay, was ist in den letzten paar Tagen passiert? Im Hostel gings immer ganz gut ab, bis spaet in die Nacht trinkt und labert man, um dann am naechsten Morgen mit einem Kater, der nicht von dieser Welt ist, aufzuwachen. Der Finne hat uns richtung Brisbane verlassen, hat mir aber netterweise seine Blogadresse gegeben. Auf seinem Blog findet man erstaunlich gute Bilder – aber immerhin hat der gute Mann auch eine Spiegelreflex und kommt fuer mich manchmal extrem professionell rueber.
Der Finne wollte nie was trinken. Am Dienstag – Nerph, Max und ich hatten schon ordentlich einen im Tee – fragten wir ihn, ob er mit uns vielleicht ein paar trinken moechte. Er verneinte, liess sich aber nach langem hin und her doch zu einer braunen Plombe ueberreden. Am Ende war er der Dichteste des Abends und schlief im Roman-Kalka-Stil auf dem Tisch. Eine grandiose Performance!
Als er am naechsten Morgen voellig verkatert aufwachte, machte er sofort die Ankuendigung, 2 Wochen lang kein Bier mehr zu trinken. Doch schon 2 Tage spaeter sollte der Finne wieder zuschlagen – diesmal noch haerter und unbarmherziger als zuvor. Ich fand Gefallen an seinen Trinkkuensten und an seinen Storys ueber Finnland (ums kurz zu machen: Er findets scheisse dort, war bei der Army weil er vergessen hatte, zu verweigern). Jedenfalls war der Finne an diesem Abend auch derjenige, der sich am staerksten abschoss. Er machte auch einige Bilder, aber die sind fuer keinen von Nutzen. Verwackelt.

Ich habe noch nie in meinem Leben einen solchen Blick gesehen. Der Finne wachte auf und schaute ins Licht – und das ganze Grauen dieser Welt konzentrierte sich in diesem Moment auf diesen Punkt: Evas Backpackers, Raum 14, Stockbett 1 – Der Finne.

Auch dieses Mal kuendigte der Finne Grosses an. Er sprach von „nie wieder trinken“, vom „Mangel an Geld“, von seiner Trinklust, die ihm wohl im Traume abhanden gekommen sein muss. In 2 Tagen wuerde er nach Brisbane fliegen, sagte er. Ich war sofort Feuer und Flamme und sprach von seinem letzten Abend, an dem er trinken koenne – ein Fakt, den es auszunuetzen gelte.

Doch der Finne wollte davon nichts wissen. Der Finne wollte keinen Alkohol mehr sehen und wir entschlossen uns daraufhin, einfach ohne den guten Mann loszuziehen. Ich fands schafe, denn der Finne war good Company. Ich mein, die anderen Leute im Hostel sind auch sehr gut drauf – aber der Finne war einfach ein Irrer.
Jedenfalls kam er am naechsten Tag – dem Tag vor seine Abreise – nach unten in die Kueche und fand uns am Bier trinken. Ich schrie sofort: „John, u want some beer?“. Er schaute mich an, als sei ich nicht von diesem Stern. Ich glaubte, Hass in seinem Blick zu erkennen. Doch dies war nur eine Millisekunde der Fall. Der Finne kam direkt auf mich zu, setzte sich neben mich und sagte (sinngemaess uebersetzt): „Haja, eins koemmer schon pressen.“

Ich brauche nicht extra erwaehnen, dass sich der gute Mann am naechsten Morgen sehr schwer getan hat, was das Aufstehen angeht. Denn aus einem Kolben wurden dann halt doch mehrere.

Ich mochte den Finnen. Er war ein guter Mann. Und auch sein Blog ist extrem witzig. Er schreibt englisch, was ich gut finde. Er findet meinen Blog nicht so toll, weil er kein Deutsch kann.

Lesen Sie auch die naechste Folge von „The Fin strikes back“ – Geschichten aus Australien.